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Der erste Finnlandbesuch

Bild: Sporthafen am Saimaa See in Imatra
Sporthafen am Saimaa See in Imatra
Bild: Abendessen mit Herrn Kohvakka im Stadthotel
Abendessen mit Herrn Kohvakka im Stadthotel
Bild: Aufenthaltsbereich des Colleges in Lappeenranta
Aufenthaltsbereich des Colleges in Lappeenranta
Bild: Wohneinrichtung für Jugendliche
Wohneinrichtung für Jugendliche
Bild: Praxisraum des Colleges für den Bereich Krankenpflege
Praxisraum des Colleges für den Bereich Krankenpflege

Oktober 2011

Mit dem Ziel die Partnerschaftsliste unserer Schule um ein weiteres Land zu erweitern, machten wir, Frau Düwel und Frau Holzenkamp, uns am 9. Oktober auf nach Finnland, dem Land das vielen nicht zuletzt wegen des Erfolges bei der Pisa-Studie ein Begriff ist.
Von Düsseldorf ging es in einem dreieinhalb-stündigen Flug nach Lappeenranta, einer Stadt mit ca. 70000 Einwohnern, die sich im Südosten von Finnland an der Grenze zu Russland befindet. Lappeenranta liegt ungefähr 30 Kilometer entfernt von Imatra, der Partnerstadt Salzgitters.
Nach der Landung – der Landeanflug bot einen unglaublichen Ausblick auf die wunderschöne von gefühlten tausenden Seen durchzogene Landschaft Südkareliens – wurden wir von Herrn Kohvakka, einem leitenden Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes von Imatra, in Empfang genommen und sehr herzlich begrüßt. Es ging im Autokorso nach Imatra, wo wir zu unserem Hotel gebracht wurden. Später am selben Tag wurden wir zunächst zu einem typisch finnischen Imbiss eingeladen: es gab Brotschiffchen mit Reisfüllung und Butter (typisch finnisch!), Schokoladentörtchen und Kaffee. Im Anschluss daran kamen wir in den Genuss einer Stadtführung in deutscher Sprache, bei der wir unter anderem den berühmten Wasserfall und andere interessante Sehenswürdigkeiten in und um Imatra besichtigten. Am Abend aßen wir zusammen mit Herrn Kovakkha, Frau Ovaska (einer deutschen Auswanderin, die uns für die Zeit unseres Aufenthaltes als Übersetzerin und Ansprechpartnerin behilflich war) sowie der Bürgermeisterin von Imatra zu Abend und kamen erneut in den Genuss landestypischer Küche. Insgesamt war dies ein äußerst herzlicher Empfang, der dazu geführt hat, dass wir uns von Beginn an sehr wohl und willkommen gefühlt haben.
Am nächsten Tag ging dann der arbeitsintensivere Teil der Reise los. Wir machten uns auf in Richtung Lappeenranta, wo sich das Etelä-Karjalan ammattiopisto-Berufschulzentrum befindet. Es handelt sich um ein in Größe und Ausrichtung ähnlich orientiertes Berufsbildungszentrum wie unsere BBS-Fredenberg. Bei einer Führung bemerkten wir schnell, dass der Neubau der Schule über eine beeindruckende Ausstattung verfügt. In einer komplett verglasten Pausenhalle stehen den Schülern modernste Computer-Terminals zu Recherchezwecken zur Verfügung. Auch die Ausstattung der Fachräume hat uns beeindruckt: Computer, fest installierte Beamer, modernste Medien und Ausbildungsmaterialien sind in fast jedem Raum vorhanden. Die Gänge und Räume sind sehr sauber und auch die Schüler, die insgesamt sehr leise und höflich wirken, machen den Eindruck, dass sie ihre Schule sehr wertschätzen. Die Klassen sind recht klein, es scheint als ob in keiner Klasse mehr als 15 Schüler unterrichtet werden. Außerdem fiel auf, dass sich enorm viel nicht unterrichtendes Schulpersonal um Verwaltung, Organisation, etc. kümmert, so dass sich die Lehrerschaft auf das Wesentliche konzentrieren kann: das Vor- und Nachbereiten von Unterricht. Jeder Lehrkraft steht dafür ein eigener gut ausgestatteter Arbeitsplatz zur Verfügung.
Am darauf folgenden Tag besichtigten wir drei verschiedenen Einrichtungen, eine Kindertagesstätte, eine Seniorenresidenz und eine Wohneinrichtung für problematische Jugendliche. In allen Einrichtungen konnten wir Interessantes über kulturelle Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten des Berufsalltags der Mitarbeiter lernen. Besonders beeindruckt hat uns die Wohneinrichtung für Jugendliche, die nicht nur liebevoll und sehr individuell eingerichtet ist, sondern auch den Eindruck vermittelt, dass alle Jugendlichen, egal wie alt oder mit welcher familiärer Vorgeschichte, gerne und ohne Zwang oder Druck seitens der Betreuer ihre Beiträge zu einem harmonischen und gut funktionierenden Zusammenleben leisten. Auch hier bemerkten wir eine Harmonie, die wir nicht unbedingt erwartet hätten – immerhin handelt es sich um eine Einrichtung für „problematische“ Jugendliche.
Nach einem Abschiedsessen und dem Austausch von Gastgeschenken am letzten Abend ging es dann am nächsten Morgen zurück nach Hause. Insgesamt hat unser Besuch Spuren hinterlassen, nicht nur bei uns sondern auch in Finnland, wo man sich sichtlich über unseren Besuch gefreut hat. Neben den interessanten schulischen Eindrücken, den Einblicken in den finnischen Berufsalltag verschiedener Einrichtungen und den vielen netten und aufgeschlossenen Menschen vor Ort hat uns nicht zuletzt die wunderschöne Landschaft in und um Imatra beeindruckt.
Die Initiierung eines Schüleraustausches, ob nun zum Sammeln berufspraktischer, schulischer oder sprachlicher Erfahrungen, wäre in jedem Fall ein Gewinn für unsere Schule.

Nina Düwel und Kriztina Holzenkamp

 
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